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Kategorie: Aus der Praxis

  • Fibromyalgie – sie kann jeden treffen, auch Promis wie Lady Gaga

    Fibromyalgie – sie kann jeden treffen, auch Promis wie Lady Gaga

    Wenn alles weh tut und nichts zu finden ist.

    Fibromyalgie, auch bekannt als Weichteilrheuma, wurde erst 1990 als Diagnose bekannt. Dabei ist es gar keine wirkliche Krankheit sondern Schmerzen am ganzen Körper, in jeder Faser, Sehne und den Muskeln. Blutwerte, MRT, EKG und sonstige körperliche Untersuchungen sind meist unauffällig oder zumindest nicht anders als bei Menschen, die nicht unter Fibromyalgie leiden.

    Für die Betroffenen ist diese Diagnose erstmal eine Erleichterung, weil sie endlich einen Grund für ihre Schmerzen und ihre Erschöpfung haben und ernst genommen werden. Helfen tut ihnen das nicht. Denn es gibt keine Behandlung, geschweige denn Hoffnung auf Heilung. Wie viele chronische Erkrankungen gilt Fibromyalgie als unheilbar.

    Was können Ärzte tun bei Fibromyalgie?

    Bei Fibromyalgie verordnen Ärzte am liebsten Schmerzmittel jedweder Art, angefangen von Ibuprofen, Diclofenac und Voltaren bis hin zu den härteren Opiaten wie Tilidin mit Novaminsulfon. Gerne gibt’s Psychopharmaka dazu. Hilft das nicht, wird die Dosis erhöht oder die Schmerz- und Psychomittel werden gemischt. Die fatalen Folgen einer langjährigen Einnahme von Schmerzmitteln wie Nierenschäden, Abhängigkeit und daraus noch größeren Schmerzen werden dabei gerne verschwiegen. Aber was sonst tun?

    Oft kommen Bluthochdruck, Diabetes, Arthrose und Darmprobleme dazu. Allen Fibromyalgie-Geplagten ist eigen, dass sie sich erschöpft, müde und ausgelaugt fühlen. Auch das scheinbar ohne Grund.

    Fibromyalgie – Diagnose für den Rest des Lebens?

    Nachdem eine Reihe von Blutuntersuchungen, MRTs, EKGs, Ultraschall und vieles mehr kein weiteres Ergebnis liefern, bleibt die Diagnose Fibromyalgie bestehen. Wer diese Diagnose einmal bekommen hat, weiß, sie bleibt und bleibt und bleibt. Niemand interessiert sich für eine Lösung oder gräbt tiefer oder hinterfragt.

    Für Fibromyalgie-Betroffene beginnt ein nie enden wollender Leidensweg. Denn allen chronischen Krankheiten ist eigen: Ohne die Ursachen zu finden und diese zu behandeln wird die Krankheit schlimmer. Auch bei Fibromyalgie ist das so. Langsam und stetig schreitet die Krankheit voran.

    Schmerzen von Kopf bis Fuß

    Vor allem Nacken- und Rückenschmerzen quälen die Fibromyalgie Patienten. Hinzu kommen steife Muskeln und Erschöpfung bis zur Depression. Daraus wird Verzweiflung, Entmutigung. Letztlich folgt daraus, dass viele arbeitsunfähig werden oder frühzeitig in Rente gehen müssen.

    Besonders gemein: Schmerzmittel, Psychopharmaka, Schlafmittel und Stimmungsaufheller helfen gar nicht oder nur für kurze Zeit.

    Oft kommt noch das sog. Restless-leg-Syndrom dazu. Diese dauernd unruhigen Beine, die die Erschöpften niemals zur Ruhe kommen lassen. Ob Pregabalin dabei hilft ist fraglich. Bei manchen bessert sich etwas, bei anderen nicht.

    Was ist Fibromyalgie wirklich und ist sie tatsächlich unheilbar?

    So genau kann ich diese Frage nicht beantworten. Es ist ein Unterschied, ob eine Krankheit unheilbar ist oder ein einzelner Mensch. Aus meiner Sicht kann Menschen, die an Fibromyalgie leiden, durchaus geholfen werden. Manche meiner Patienten sind ganz gesund geworden. Einfach ist das nicht, schwierig auch nicht, langwierig schon. Wie immer bei chronischen Krankheiten ist auch bei Fibromyalgie Geduld gefragt. Ebenso gehören eine gewisse Hartnäckigkeit und der Wille zur Veränderung dazu.

    Fibromyalgie – Wehtun und Erschöpftsein wird modern

    Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann ich zum ersten Mal von Fibromyalgie gehört habe. Ich glaube mich zu erinnern, dass dieses Erkrankungsbild bei meiner Ausbildung zur Heilpraktikerin vor 20 Jahren nicht vorkam.

    Erst über die Jahre und die vielen Anamnesen, die ich machte, sagten mir Patienten immer öfter, sie hätten Fibromyalgie. Was das war, konnte ich nicht verstehen. Es gab einfach keinen genauen Grund für diese Schmerzen und diese Erschöpfung. Die Patienten waren so unterschiedlich wie die Symptome.

    Ob alt oder jung, dick oder dünn, schön und elegant oder weniger, reich oder arm, eine harmonische oder weniger angenehme Lebensgeschichte – alle waren betroffen. Und sämtliche Ärzte waren hilflos gegenüber dieser Krankheit mit ihren vielen Facetten.

    Detektiv oder die Lust am Knobeln

    Da Fibromyalgie weder gefährlich ist noch tödlich verläuft, dafür schmerzhaft und chronisch, ist jede Verbesserung ein Segen. Was anfangs schwierig war, ist heute für mich und meine Patienten viel einfacher geworden. Denn mit der Zeit werden die Ursachen klarer und die Behandlungen schneller, angenehmer und effektiver. Für die Patienten ist es eine Wohltat, behandelt zu werden und sie genießen die kleinen, manchmal auch größeren und immer häufiger die großen Schritte auf dem Weg aus ihren Schmerzen und ihrer Erschöpfung.

    Jeder Patient ist anders, alle haben andere Symptome, andere Schmerzen oder Schmerzen an anderen Stellen. Manche sind nur müde, manche müde und erschöpft, andere wiederum müde, erschöpft und ängstlich.

    Je mehr Symptome desto mehr Behandlung ist nötig. Jede einzelne Behandlung, jeder weitere Schritt ist Knobelei und Detektivarbeit. Der Weg aus Schmerz, Erschöpfung und Depression ist der Lohn für Geduld, Mitarbeit und Hartnäckigkeit.

Heilpraktikerin Barbara Schütz
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