Psyche – oder doch der Körper?
Was wäre, wenn die Psyche Schmerzen und körperliche Beschwerden auslöst – und der Körper umgekehrt psychische Beschwerden?
Wenn sich hinter Erschöpfung, Ängsten oder Depression eine körperliche Ursache verbirgt?
Und hinter hartnäckigen körperlichen Beschwerden eine seelische Belastung?
Ist unser Körper der perfekte Täuscher?

Ich habe lange gebraucht, um das zu verstehen.
Im Laufe der Jahre kamen immer wieder Menschen zu mir, bei denen die Geschichte scheinbar längst klar war.
Da sitzt ein Mensch mit der Diagnose Depression. Und ich finde die entscheidende Spur im Körper.
Ein anderer kommt mit jahrelangen Schmerzen. Und die Spur führt mich zu einem Erlebnis, das Körper und Seele bis heute abgespeichert haben.
Irgendwann verstand ich: Ich muss immer in beide Richtungen suchen.
Was fehlt dem Körper?
Wie ernährt sich der Mensch?
Was kostet ihn Kraft?
Was hat er erlebt?
Was trägt er bis heute mit sich herum?
Genau deshalb arbeite ich anders. Ich lege mich am Anfang auf keine Richtung fest. Ich frage nach. Ich höre zu. Ich fühle und taste. Und dann folge ich der Spur.
Ein Mensch mit Depression kann eine körperliche Ursache mitbringen. Ein schmerzender Rücken kann eine uralte Kränkung sein.
Für mich zählt, wo die Spur hinführt.
Depression – und die Spur führt zum Körper.
Rückenschmerzen – und die Spur führt zu einem vergessenen Schockerlebnis.