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Wunschgewicht oder: Die Henne und das Ei – wer war zuerst da?

Zwei Heilpraktikerinnen sitzen am Tisch und sehen gemeinsam in ein aufgeschlagenes Fachbuch

Abnehmen und gesund werden oder gesund werden und abnehmen?

Meiner Erfahrung nach gehören Abnehmen und Gesund werden zusammen. Wer etwas übergewichtig ist und sich dabei gesund fühlt, lebensfroh und gelassen, der sollte sich glücklich schätzen und genauso weitermachen wie bisher. Er hat fühlbar alles richtig gemacht. Viele Menschen sind unglücklich mit ihrem Übergewicht. Und zwar deshalb weil sie das Übergewicht verantwortlich machen dafür, dass sie sich so elend fühlen. Ich glaube nicht, dass es nur das Gewicht ist, das beispielsweise Rücken- oder Knieschmerzen macht. Schlanke Menschen haben dieselben Schmerzen. Schlanksein schützt also nicht gegen Kranksein.

Das Metabolische Syndrom, Übergewicht und langsamer Stoffwechsel

Die Medizin hat Metabolisches Syndrom so definiert: Fettstoffwechselstörung, dicker Bauch, Diabetes 2 und hoher Blutdruck. Das ist gefährlich lt. Medizin, denn diese Menschen haben ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.

Ich habe das sog. Metabolische Syndrom erweitert, denn stark übergewichtige Menschen erzählen allesamt von ähnlichen Beschwerden. Ganz typisch für sie sind Nackenschmerzen, Rückenschmerzen, Atemnot, die sie vor allem beim Treppensteigen spüren ebenso wie sie anfänglich die Knieschmerzen vor allem beim Treppensteigen bemerken. Schwere Beine, Lymphödeme und manchmal sogar Lipödeme sind oft mit dabei. Verstopfung, Durchfall oder beides im Wechsel verbunden mit Sodbrennen gehören auch mit dazu. Fast alle fühlen sich total erschöpft bis hin zur Depression.

Die meisten behandelnden Ärzte verordnen Blutdrucksenker, Cholesterinsenker, Wassertabletten, Pantoprazol, Metformin und bei Bedarf Schmerzmittel und Stützstrümpfe. Sie raten: Abnehmen und Sport treiben. Da habe ich sofort das Bild von The Biggest Loser vor mir, da werden dicke Menschen derartig gequält und gedemütigt, dass ich bei solchen Sendungen sofort ausschalte. Wie immer meine Meinung dazu: Hungern und Sport ist genau das, was diese Menschen nicht brauchen. Ich finde, es geht genau anders herum. Ob Sie das nun glauben oder nicht. Ich finde, diese stark übergewichtigen Menschen sollten keinen Sport treiben, erlaubt sind kleine Spaziergänge und leichte Bewegung. Statt zu hungern sollten sie essen. Aber gemäß ihrem Stoffwechseltyp und Drüsentyp. Alle schwer übergewichtigen Menschen sind Eiweißtypen, unterscheiden sich jedoch in den Drüsentypen. Entweder Nebenniere oder Eierstöcke oder die Hypophyse sind diejenigen Drüsen, die unterschiedlich dominant sind. Schilddrüsentypen nehmen selten zu, die lasse ich deshalb aus. Nebennierentypen nehmen mit Kaffee zu und Ovarientypen, wenn sie Milchprodukte essen. Nicht alle aber viele.

Vor Corona bot ich zusammen mit meiner Assistentin Dani alle 14 Tage einen Wunschgewicht-Kurs an. Bewusst nannte ich diese Kurse nicht Abnehmkurse. Zu Beginn des Kurses bestimmten wir den jeweiligen Drüsen- und Stoffwechseltyp und die dazu passende Ernährung. Die Teilnehmer durften alles essen. Und bei mir galt wie immer: Essen hat 3 Aufgaben: Es muss schmecken, satt machen und die Zellen gesund ernähren. Aus meiner Sicht war das Konzept sehr einfach. 3 Mahlzeiten pro Tag, immer 5 Stunden Pause dazwischen, sich nach schmackhaftem Essen gesund und satt fühlen. Für die Teilnehmer war es schwieriger als von mir gedacht.

Kann einfach schwierig sein?

Ja, kann es. Was haben wir von unseren Kursteilnehmern erfahren? Übergewichtige Menschen haben fast alle Diäten durch mit dem Ergebnis, dass sie meist scheitern und nach der Diät schwerer sind als davor. Sie haben geradezu panische Angst vor Fett, essen vorwiegend Magerquark, Magerjoghurt, mageren Käse und trinken Magermilch. Sie essen viel Obst, da sie von allen Seiten hören, dass Obst gesund ist und wenig Kalorien hat. Die meisten von ihnen frühstücken nicht. Eier essen sie wegen Cholesterin kaum, Wurst ist fett und ungesund und Schweinebraten der Inbegriff ungesunden Essens. Wenn Fleisch, dann Hähnchenbrust. Alle Wunschgewicht-Teilnehmer wussten, wie gesund Fisch ist, gegessen haben sie ihn trotzdem nicht. Das war sehr interessant. Wie immer habe ich von meinen Patienten gelernt. Ihnen sei hier nochmal Dank.

Essen aus Frust, Stress und Angst – meine 1. Erkenntnis

Wer nicht abnimmt, dann aus folgenden Gründen: Die ständige Angst vor weiterer Gewichtszunahme verhindert, dass Übergewichtige aus Lust und Freude nach ihrem ganz persönlichen Bedürfnis essen. Da sie von Glaskugel-Ernährungswissenschaftlern, den Marketingprofis der Nahrungsmittelindustrie und den Medien ununterbrochen hören, wie schlimm Fett und Fleisch ist, essen sie vorwiegend Kohlenhydrate und Zucker, was die eigentlichen Dickmacher sind. Die Angst vor nahrhaftem Essen ist ebenso tief in ihrem Bewusstsein wie in ihrem Unterbewusstsein abgespeichert. Es ist ihnen nicht klar, dass sie Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate im Verhältnis 30/20/50 brauchen. Sie wissen auch nicht, dass Fertigprodukte wahre Zuckerbomben sind, ebenso wenig wissen sie, dass in fettarmen bzw. Light-Produkten die Fette mit Kohlenhydraten ersetzt werden. Für die Industrie ist das ein sehr gutes Geschäft, da Kohlenhydrate billiger sind als Eiweiß und Fett. Kohlenhydrate füllen, aber machen nicht satt. Übrigens sind meine Erkenntnisse nicht wissenschaftlich bewiesen. Es sind lediglich meine Erkenntnisse.

2. Erkenntnis: Wer abnehmen will, braucht Nährstoffe

Denn nur wer satt ist und nicht nur voll hat genügend Nährstoffe aufgenommen. Wer nicht satt ist, hungert ständig nach den Nährstoffen, die ihm fehlen. Wer gestresst ist, braucht mehr Nährstoffe. Daher sind die wichtigsten Partner zum Erreichen des Wunschgewichts: Nährstoffe und Entspannung.


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Heilpraktikerin Barbara Schütz
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