Die Zahl der Patienten, die unter chronischer Müdigkeit leiden wird immer größer und die Erschöpften immer jünger.
Jede Altersgruppe findet so ihre ganz eigene Erklärung für ihre bleierne Müdigkeit. Die einen fühlen sich gestresst durch die viele Arbeit in ihrem Beruf, die anderen durch die viele Arbeit zu Hause. Wieder andere glauben, dass diese Erschöpfung ihrem Alter geschuldet ist.
Nichts davon ist richtig. Klar, dass gerade Menschen, die ihren Vollzeit-Job erledigen müssen und noch dazu Kinder haben oder einen älteren oder kranken Menschen betreuen viel zu tun haben. Mit der bleiernen Müdigkeit hat das nichts zu tun. Viel Arbeit gab es immer. Die Nachkriegsgeneration, die dieses Deutschland wieder aufgebaut hat, hatte Grund zur Erschöpfung. Was sie geleistet haben war immens.
Heute ist das Leben bequemer geworden, dennoch fühlen sich viele Menschen überfordert, überarbeitet und gestresst. Sie sind so erschöpft, dass sie darüber ihre Lebensfreude verlieren. Jeder Tag ist Mühsal und Qual.
Woher kommt diese chronische Erschöpfung?
Meine Beobachtung dazu: 80 – 90 % meiner Patienten sind mangelernährt. Sie essen zu viele ungesunde Kohlenhydrate und zu wenig Eiweiß. Psychisch gesehen hängen sie dazu oft an kindlichen Schemata fest. Was das bedeutet, werde ich in weiteren Blogbeiträgen genauer beschreiben.
Mangos, Papayas, Avocados kennt heute jeder und Nahrungsmittel sind immer verfügbar. Hungern muss niemand. Mangelernährt hingegen sind die meisten. Wann und wie Mangelernährung beginnt, woran man sie erkennt und welche fatalen Auswirkungen sie auf Körper und Gemüt hat ist hingegen ziemlich unklar.
Mangelernährung macht dick und krank
Lange kann der Körper einen Nährstoffmangel ausgleichen. Sobald er das nicht mehr kann, wird der Mensch krank – sowohl körperlich als auch psychisch. Dabei könnte sich jeder schlank und gesund essen – zumindest bis zu einem gewissen Grad.
Viele stört in erster Linie das Übergewicht mehr als die Erschöpfung und sie glauben, durch Hungern und weniger Essen könnten sie abnehmen und dann fitter und leistungsfähiger werden. Doch genau das Gegenteil wird passieren. Denn durch Hungern baut sich in erster Linie Muskulatur ab und die Energie wird noch geringer.
Hungern hält ohnehin kaum jemand aus. Fast alle, die durch Hungern abnehmen wollen finden sich spätestens am dritten Hungertag in einer entsetzlichen Fressattacke wieder und verschlingen alles, was ihnen in die Hände fällt. Bekannt als Jojo-Effekt.
Zu bleierner Müdigkeit gesellen sich nun Frust, Reue und depressive Verstimmungen.
Wie schwierig ist es, aus diesem Teufelskreis von Erschöpfung, Frust, Übergewicht und depressiver Verstimmung auszusteigen?
Je länger der Mensch erschöpft ist, je ausgelaugter, je kränker, übergewichtiger und depressiver, umso länger ist der Weg zurück zu mehr Energie und Lebensqualität.
Viele meiner Patienten sind erstaunt, wie einfach es ist, aus dem Teufelskreis der Erschöpfung auszusteigen. Doch wie geht das?
